Feuer Frei! // Heiße Teile in Kreuztal
Nix da Grillwürstchengeruch! Auf dem Modellflugplatz in Littfeld lag Mitte Juni der angenehme Duft von verbranntem Kerosin in der Luft. Der Anlass: Pötings Turbinenmeeting. Knapp 30 Turbinen-Freaks folgten der Einladung von Flugschullehrer Bernd Pöting, der im Jahre 2002 erstmals diese Veranstaltungs-Spezies ins Leben gerufen hatte. Das waren Zeiten, in denen die Heli-Turbinentechnik noch in den Kinderschuhen steckte.


Die mit Dreibein-Einziehfahrwerk und Vierblattrotor ausgerüstete Bell 430 von Bernd Bremer, Chef der Firma Heli-Factory/MoBB in Lindlar, die sich auf den Bau solcher Exklusiv-Modelle inklusive dazu passender Mechaniken spezialisiert hat

Die Lama SA-315B von Heiner und Michael (Pilot) Wöhrmann. Nachbau-Maßstab 1:4,2, Rotordurchmesser 2,62 Meter, Jakadofsky PJW Pro Edition (4,6 kW), Abfluggewicht mit 3,5 Litern 20,5 Kilogramm. Das Grundmodell basiert auf einem Bausatz von Vario, wurde aber mit zahlreichen Eigenbau-Details (Lastkorb, Außenlasthaken, Beleuchtung, Cockpit-Ausbau) erheblich aufgewertet. Hierzu gehören auch das Hauptgetriebe sowie Haupt- und Heckrotor

Als wahre „Rennsemmel“ entpuppte sich diese phantastische Eigenbau-Hughes 500D von Stefan Witte, vorgeflogen von Peter Holtackers und Bernd Pöting. Das Modell ist komplett in Kohlefaser High-Tech-Bauweise (Autoklav-Verfahren) erstellt, wiegt nur sensationelle 7,5 Kilogramm mit 1,3 Litern Sprit und hat einen Rotordurchmesser von 1,5 Meter. Angetrieben wird dieser Turbo-Maschine von einer JetCat PHT2, die bei einer Maximumdrehzahl von 129.200 U/min für ordentlich Leistung sorgt

„Die etwas anderen Scale-Modelle“ – das ist der Slogan der Firma HeliClassics, die unter anderem in ihrem Produktporfolio diese detaillierte Bell 205 UH-1D anbietet. Die Bell ist im Maßstab 1:5,8 gefertigt und für den Einsatz einer PAHL GPH 70-Turbine vorbereitet; der Rotordurchmesser beträgt 2,5 Meter. Vorgeflogen wurde sie von HeliClassics-Firmenchef Matthias Strupf

Die Lama SA-315B von Heiner und Michael (Pilot) Wöhrmann. Nachbau-Maßstab 1:4,2, Rotordurchmesser 2,62 Meter, Jakadofsky PJW Pro Edition (4,6 kW), Abfluggewicht mit 3,5 Litern 20,5 Kilogramm. Das Grundmodell basiert auf einem Bausatz von Vario, wurde aber mit zahlreichen Eigenbau-Details (Lastkorb, Außenlasthaken, Beleuchtung, Cockpit-Ausbau) erheblich aufgewertet. Hierzu gehören auch das Hauptgetriebe sowie Haupt- und Heckrotor

Beeindruckende Eigenbau Flettner-Mechanik von Volker Jung mit seinen beiden ineinanderkämmenden, gegenläufigen Zweiblattrotoren. Der Antrieb erfolgt über eine JetCat-Zweiwellenturbine, wobei hier jeweils pro Rotor geschlosssene Hauptgetriebe mit Ölschmierung (siehe Schauglas) eingesetzt werden
Und heute? Viel hat sich getan, ein Chopper schöner als der andere. Die kraftvollen und zuverlässigen Power-Antriebe erlauben den Scale-Piloten Nachbauten in nahezu jeder Größe und Gewichtsklasse, ohne dass es zu leistungsbedingten Problemen kommen könnte, wie das zu „Benziner“-Zeiten meist der Fall war. Über die Modellturbinen selbst, deren Debüt noch kein Jahrzehnt zurückliegt, verliert man kaum noch Worte. Die Technik – egal welchen Herstellers – ist mittlerweile so ausgereift, dass der Betrieb mit diesen Triebwerken als unkompliziert angesehen werden kann. Das Handling erweist sich einfacher als das Einstellen so manches Vergasers an Methanolmotoren, zudem entfällt beim Turbineneinsatz das mühsame Abstimmen von Gaskurven. Möglich wird die einfache Bedienung durch ausgeklügelte Turbinen-Elektroniken (ECU), die nicht nur die wichtigen Parameter wie Temperatur und Drehzahl während des Betriebs überwachen, sondern auch noch für den automatisch ablaufenden Startvorgang und das Nachkühlen der Triebwerke nach dem Abstellen verantwortlich zeichnen.
Bei den mitgebrachten Modellen stand zweifelsohne das Thema Scale ganz oben; Trainermodelle waren in der Minderheit. Über 90 Prozent (!) der eingesetzten Rümpfe stammen aus Bausätzen der Firma VARIO Helicopter, die sich im Laufe der Jahre schwerpunktmäßig auf das Angebot an vorbildgetreuen Nachbauten spezialisiert hat (Bericht dazu in RC-Heli-Action 7/2009, ein Video gibt es auf www.rc-heli-action.de). Bei den Turbinen dominierten Produkte der Firma JetCat, die ohne Übertreibung als weltweit größter Hersteller von Modellturbinen bezeichnet werden kann und sowohl Ein- als auch Zweiwellentriebwerke mit entsprechenden Mechaniken anbietet. 2,4 Gigahertz ist auch bei den Turbinen-Piloten höchst beliebt, dementsprechend wird auch diese Technik überwiegend eingesetzt.
Übrig bleibt vom Wochenende in Kreuztal pure Begeisterung für die so gut funktionierenden, turbinenbetriebenen Helis auf jeder Ebene: Der Sound stimmt, die Hauptrotordrehzahlen bleiben stabil auf dem vorgegebenen Wert, ungeachtet der teilweise um die 20 Kilogramm schweren Chopper. Wir zeigen Euch hier die heißesten Geräte und ergänzen das Ganze mit einer Auflistung der Piloten und deren verwendetes Material.
Die Teilnehmer- und Zuschauerzahlen beweisen, dass das Meeting immer noch seine Berechtigung hat und gut besucht wird, obwohl inzwischen auch auf jedem größeren Flugtag Helis mit Turbine zum Allgemeinbild gehören. Schön, dass Bernd Pöting mit seinem Traditionsmeeting den Anhängern dieser faszinierenden Antriebsart eine gesondertes Event geschaffen hat. Das schreit nach Wiederholung.

Die Bell 412 von Kay Matthiesen im hervorragend ausgeführten Finish des
„Los Angeles City Fire Departement“; der Nachbau-Maßstab beträgt 1:6,2. Eingesetzt wird die MoBB/JetCat-Turbinemechanik PHT3-XL, die mit einer zusätzlichen Getriebestufe und weit nach vorne verlegten Schwerpunkt ideal ist für den Einsatz in solchen Großhubschraubern. Der Heckrotorantrieb erfolgt über eine robuste Flexwelle

Die Kolibri EC 120B (Nachbau-Maßstab 1:4, Rotordurchmesser 2,5 Meter) gehört Jens Lorenz. Das im Vertrieb bei Formart angebotene Modell hat eine stabile, aus Kohle-Sandwich gefertigte Zelle, das Abfluggewicht inklusive der Jakadofsky Pro 5000 beträgt 24,5 Kilogramm. Die bevorzugte Drehzahl des rechtsdrehenden und mit M-Blades ausgestatteten Dreiblatt-Hauptrotors beträgt 858 U/min, der Fenestron dreht etwa 9.600 U/min

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Absolut traumhaft! Leider ist mein Budget für solche Modelle zu klein
Aber zuschauen macht auch sehr viel Spaß und kostet keine Ersatzteile 
Gruß Benny
(http://www.rc-modellflugplatz.de)